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Dreieinigkeit Dreieinigkeit

2 Waldkatzen + 1 Waldkatze = ?

Sich Katzen ins Haus zu holen, ist an sich schon eine spannende Sache. Katzen ins Haus zu holen, obwohl man schon welche hat, ist aber noch einmal etwas anderes. Dabei kann man sich eine Reihe an Szenarien ausmalen, wie ein Aufeinandertreffen ausschauen könnte. Den Großteil der Gedanken möchte man aber gar nicht erst fertigdenken, sodass man sich viel lieber an das bequeme „Wird schon gutgehen“ klammert.

Gedanken hin oder her – letztlich macht nur der Versuch klug, sodass wir ohne Umschweife die Katze aus dem Sack gelassen haben. So ruhig war es schon lange nicht mehr im Wohnzimmer, als das Fräulein Misery im Raum stand. Es haben eigentlich nur noch die rollenden Wüsten-Sträucher gefehlt. Während Higgins und History überhaupt keine Idee hatten, wie das jetzt passieren konnte, sich auch keinen Meter rührten, taperte das schwarze Fräulein direkt drauf los. Sie durchsuchte das Wohnzimmer, ging anschließend von Raum zu Raum, bis sie letztlich wieder im Wohnzimmer ankam.

Von nun an übte man sich in einer Stunde Stillbeschäftigung und wenn man sich nicht mehr still beschäftigen konnte, dann bewegte man sich aber auch nur ganz, ganz laaangsam. Selbst eine Zeitlupe wäre als Vergleich noch zu schnell gewesen, vermutlich hätte sich sogar ein Gletscher schneller fortbewegt. Aber still herumzusitzen ist nicht so Miserys Ding, die stattdessen lieber weiter auf Erkundung ging, während unsere zwei Fellknäule die Eigenschaft einer Salzsäule abgelegt haben und mit Sicherheitsabstand hinterhertigerten. Ein bisschen muss man sich das jetzt wie in einem Film vorstellen, wo zwei Angsthasen irgendetwas suchen und sich permanent vor sich selbst erschrecken. Alles in allem war es wohl eine Mischung aus Neugier und dem sich Vergewissern wollen, dass da jetzt wirklich ein fünfmonatiges, nur halb so großes, schwarzes Fellknäuel im Revier des H-Wurfs herumtapert, ohne sich dabei irgendwelchen Zwängen hinzugeben.

Schicker Schal Schicker Schal Es war schon merkwürdig zu beobachten, wie die kleine Maus völlig arglos alles untersuchte, sogar die höchste Kratzbaum-Plattform enterte, während unsere beiden gestandenen Haudegen daneben saßen, um dem Treiben regungslos zuzuschauen, anstatt alles Hab und Gut zu verteidigen, zumindest aber das freche Früchtchen vom Kratzbaumlieblingssitz zu bitten. Hatte man sich zuvor ausgemalt, wie schwer es die kleine Misery inmitten der neuen Umgebung, mit uns und den zwei Großwaldkatzen haben müsse, darf man nun mit Stolz behaupten, man hat zwei Weicheier großgezogen. *lol* Liebeswert, aber weich.

Noch keine drei Stunden da, fühlte sich die kleine Misery bereits so zu Hause, dass sie lauthals zum Kuschelangriff rief und noch im Laufschritt auf History und Higgins zustürmte, Köpfchen geben wollte. Allerdings war das alles noch zu viel für History, die schnell zurückwich und mit dieser Situation dann doch überfordert war. Prinzess’chen sucht sich ohnehin die Momente selbst aus, wann sie beknuddelt werden möchte
Für die Aktion mit der neuen Mitbewohnerin hatten sich History und Higgins fest vorgenommen, des Nachts nicht schmusen zu kommen, denn Strafe muss schließlich sein. Wer jetzt an eine ruhige Nacht denkt der irrt, denn Misery hat sich bereiterklärt, die freie Stelle im Bett zu füllen und warf sich schnurrend ins Getümmel. Mir gehört die Welt.

Und zwei Tage später? Alles läuft wie gehabt: Katze kommt morgens und Abends kuscheln, Higgins liegt Punkt 20 Uhr auf dem Boden um sich auf den Rücken zu drehen (wie jeden Tag um die Zeit) und Misery wuselt mit einem Selbstverständnis durch die Wohnung, als ob sie noch nie wo anders gewesen ist. Wenn man sich einen Katzeneinzug optimistisch vorstellen würde, so wäre er vermutlich genau so, denn bisher lief alles nahezu ohne Fauchen und gänzlich ohne Krallen ab. Es bleibt die spannende Frage, wie sich das Trio nun zusammenfindet, wer mit wem rauft, wer Chef sein darf, wer ab jetzt die Schaumstoffbälle fängt, wer ab nun die Taschentuchpackungen klaut, wer wem welchen Blödsinn beibringt?

Schauen wir mal.

 
 
 

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